Wieder funktionieren –
aber nicht zu früh

„Für Menschen in Krisensituationen ist es wichtig, wieder zu arbeiten, um einen strukturierten Tagesablauf im Leben zu haben, an dem sie sich orientieren können.“

Trauer am Arbeitsplatz

Viele Arbeitgeber und Kollegen sind im Umgang mit einem Menschen in einer Krise völlig überfordert: Wie gehe ich mit einem Mitarbeiter in Trauer um? Wie belastbar sind trauernde Führungskräfte? Wie kann die Trauerbegleitung für einen Kollegen aussehen? Was ist die richtige Balance zwischen Fürsorgepflicht und unternehmerischen Interessen? Wie bleibt ein Team nach dem Tod eines Kollegen arbeitsfähig?

Menschen in Trauer sind nicht mehr voll arbeitsfähig. Sie lassen sich für eine kurze oder auch längere Zeit krankschreiben – die Dauer ist dabei nicht kalkulierbar. Dem Unternehmen entstehen dadurch hohe Kosten und Planungsunsicherheit. Es ist daher im Interesse des Unternehmers, Mitarbeiter und Führungskräfte im Trauerfall gut begleitet zu wissen.

Trauer am Arbeitsplatz ist in den wenigsten Unternehmern ein definierter Prozess. Für Mitarbeiterführung im Trauerfall gibt es keine Arbeitsanweisung oder Checkliste, die von Führungskräften wie bei einem Bewerbungsprozess abgearbeitet werden kann. Jeder Fall, in dem ein Mitarbeiter trauert, ist anders. Denn jeder Mensch trauert anders. Die einen stürzen sich in die Arbeit, um ihre Trauer nicht zuzulassen, die anderen gehen in ihr unter und sind nicht mehr arbeitsfähig. Beide Extreme sind für das Unternehmen fatal. Für einen trauernden Menschen ist plötzlich alles um ihn herum nachrangig und die Sicht auf die Dinge verändert sich. Im Unternehmen muss die Arbeit jedoch weitergehen. Die Kunden interessieren sich in den wenigsten Fällen dafür, wie es einem Mitarbeiter persönlich geht.

Unternehmer, die eine mitarbeiterorientierte Unternehmenskultur pflegen, stellen sich dem Thema Trauer und binden es in das betriebliches Gesundheitsmanagement ein. Rückenschule im Büro war gestern – richtungsweisende Unternehmen kümmern sich um das seelische Wohl ihrer Angestellten und stehen ihnen in herausfordernden Lebenssituationen bei. Aber wie? Es gilt, Rituale zu schaffen, anhand derer Betroffene durch den Arbeitsalltag geführt werden und die ihnen Halt geben. Dabei passe ich die Methodik an den jeweiligen Klienten und sein Arbeitsumfeld an – ganz individuell.

Die Arbeit mit Tanja hat mir einige neue Denkansätze aufgezeigt, mit denen ich manche Situationen anders bewerten konnte, sowie Probleme anders angehen konnte. Der Weg zu diesen Erkenntnissen ist sicherlich nicht immer leicht gewesen, da man wohl öfter als es einem tatsächlich bewusst ist, in festgefahrenen Denkmustern feststeckt. Aber mit unterschiedlichen Methoden hat Tanja mich sowohl auf neue Wege geführt als auch auf bestehenden begleitet und bestärkt.
Nina K.